
Foto © Patrick Essex
Ketan Bhatti ist ein Grenzgänger zwischen verschiedenen Genre- und Kulturwelten. Seine Arbeiten reichen von zeitgenössischer Kammermusik, über experimentelles Musik- und Tanztheater, Bühnen- und Filmmusik, bis zu elektronischen, Hip-Hop-basierten Produktionen.
Als Komponist von Bühnenmusik arbeitet er seit 2003 mit seinem Bruder Vivan Bhatti regelmäßig für die Inszenierungen von Nuran David Calis und seit 2017 für die Inszenierungen von Adrian Figueroa an vielen größeren deutschsprachigen Theaterhäusern (u.a. Deutsches Theater Berlin, Schauspiel Köln, Staatstheater Hannover, Düsseldorfer Schauspielhaus), sowie für die internationalen Break Dance Shows der Flying Steps. Ketan und Vivan Bhattis Musiktheaterstücke befassen sich oft u.a. mit gesellschaftlicher Heterogenität in der postmigrantischen Wirklichkeit und wurden z.B. an der Staatsoper Hannover, der Neuköllner Oper oder der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin (ur-)aufgeführt.
Ketan Bhattis Werke wurden von verschieden Ensembles, wie LUX:NM, dem Hezarfen Ensemble in Istanbul, Ensemble Resonanz, Ensemble Reflektor u.a. auf Festivals wie Podium Esslingen, dem Jazzfest Berlin oder den Wittener Tagen für Neue Kammermusik (ur-)aufgeführt. Mit Cymin Samawatie gründete Ketan 2013 das Trickster Orchestra für zeitgenössische, transtraditionelle Klangwelten, das 2022 mit dem Deutschen Jazzpreis, dem Klassikpreis tonali award, und 2025 mit dem WDR Liminal Music Prize ausgezeichnet wurde und sich mit Fragen zur Dekolonisierung zeitgenössischer Musik befasst.
Ketan war Stipendiat des Deutschen Musikrats, des Berliner Senats, der Kulturakademie Tarabya und der Graduiertenschule der UdK Berlin. 2023 erhielt er den GEMA-Autor*innenpreis für Interkulturelle Komposition, 2025 den Friedlieb-Ferdinand-Runge-Preis.
Mit seinem Bruder erschien das orchestrale Debütalbum „Flying Pictures at an Exhibition“ bei Sony Classical. Nach ihrer Oper „Berlin Alexanderplatz“ (Theater Bielefeld, „beste Uraufführung“ Opernwelt 09/23) folgte 2024/25 die Uraufführung der neuen Oper „Der Rote Wal – Ein deutsches Herbstmärchen“ an der Staatsoper Stuttgart. 2025 war Bhatti Fellow des Beethovenfests Bonn, wo seine Musiktheateradaption der Odyssee uraufgeführt wurde.