Dresdens geplante Kürzungen bei der Kultur gefährden die freie Szene dauerhaft – FREO fordert Kurskorrektur

Berlin, 28.11.2025

REO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland e.V. zeigt sich zutiefst besorgt über die angekündigte pauschale Kürzung der Institutionellen Förderung für freie Träger in Dresden um 25 Prozent ab 2026. Grundlage ist die von der Stadt verhängte Haushaltssperre, die vorsieht, die freiwilligen Leistungen im Kulturbereich nur noch zu 75 Prozent freizugeben. Die Einrichtungen wurden bereits darüber informiert, dass sie verbindlich mit entsprechend reduzierten Mitteln planen müssen.

„Pauschale Kürzungen dieser Größenordnung treffen die freie Szene im Kern. Sie gefährden Arbeitsfähigkeit, Planungssicherheit und zentrale Teile der kulturellen Infrastruktur. Die Folgen wären fatal und würden unmittelbar zum Verlust der Arbeitsfähigkeit der freien Ensembles und Orchester  führen.“ sagt Lena Krause, Geschäftsführerin von FREO.

Besonders betroffen sind zentrale Akteure der freien Musikszene wie die Dresdner Sinfoniker, AuditivVokal Dresden und El Perro Andaluz. Diese Ensembles prägen seit Jahren maßgeblich das zeitgenössische Musikleben der Stadt, realisieren internationale Projekte und arbeiten mit minimalen Ressourcen auf höchstem professionellem Niveau. Ihre Arbeit profitiert von langjährig gewachsenen Kooperationen in der Dresdner Kulturlandschaft – insbesondere  mit Häusern wie dem Festspielhaus HELLERAU. Als bundesweit renommiertes Zentrum für zeitgenössische Künste ist HELLERAU ein entscheidender Produktions- und Präsentationsort für die freien Ensembles in Dresden. Eine geschwächte freie Szene trifft daher auch das Festspielhaus unmittelbar: Zahlreiche gemeinsame Projekte, Koproduktionen und Residenzen wären nicht nur „betroffen“, sondern in ihrem Zustandekommen maßgeblich gefährdet. Mit der aktuellen Prognose lassen sich für 2026 keine Veranstaltungen planen und angesichts der notwendigen Vorläufe wäre es zudem kaum möglich, kurzfristig Projekte – etwa in der zweiten Jahreshälfte – noch zu realisieren.

Die Kürzungen treffen Ensembles, die bereits im Vorjahr Einschnitte hinnehmen mussten und nun in ihrer Existenz gefährdet sind. Viele arbeiten seit Jahren mit minimalen Ressourcen und tragen dennoch maßgeblich zur kulturellen Identität Dresdens bei. Das Sächsische Kulturraumgesetz definiert die Kulturpflege ausdrücklich als verpflichtende kommunale Aufgabe und betont die Sicherung leistungsfähiger kultureller Strukturen. Eine pauschale Absenkung um ein Viertel widerspricht diesem Auftrag fundamental.

FREO unterstützt die Dresdner Ensembles und appelliert eindringlich an Oberbürgermeister und Stadtrat, die geplante Förderkürzung zurückzunehmen und eine Lösung zu finden, die die kulturelle Infrastruktur der Stadt – einschließlich ihrer zentralen Partnerinstitutionen wie HELLERAU – nicht dauerhaft schwächt.