Förderchaos in Niedersachsen: Verbände fordern Kurskorrektur

Berlin, 12. März 2025 – Die jüngsten Entwicklungen in der niedersächsischen Musikförderung werfen massive Bedenken hinsichtlich der Zukunft freier Ensembles und Orchester auf.

Widerspruch zur Kulturpolitik des Landes

Die Neuausrichtung der Förderrichtlinien 2025 sollte eigentlich eine Verbesserung der strukturellen Bedingungen für freie Ensembles bewirken. Stattdessen hat die Erweiterung des Kreises der Antragsberechtigten ohne eine entsprechende Erhöhung der Haushaltsmittel zu erheblichen finanziellen Engpässen geführt.

Lena Krause, Geschäftsführerin von FREO e.V., erklärt: „Eine an sich sinnvolle Entscheidung, mehrjährige Förderungen für weitere Genres zu öffnen, wurde durch fehlende Finanzmittel ins Gegenteil verkehrt. Der im Koalitionsvertrag formulierte Anspruch, Kunst und Kultur zukunftsfest zu machen und strukturelle Nachhaltigkeit zu gewährleisten, wird so klar verfehlt.“

Offener Brief an Minister Falko Mohrs

In einem offenen Brief an den niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, fordert FREO e.V. gemeinsam mit anderen Musikverbänden eine deutliche Nachbesserung der Förderpolitik. Die Kernforderungen lauten:

Erhöhung der Mittel der Musikkommission: Die bestehende Mittelvergabe führt dazu, dass fast alle Projekte nur noch den Minimalbetrag von 10.000 Euro erhalten, was angesichts steigender Produktionskosten und Inflation nicht ausreicht, um professionelle künstlerische Arbeit aufrechtzuerhalten. Eine deutliche Aufstockung ist notwendig, um die Existenz der Musikszene in Niedersachsen in ihrer Qualität, Vielfalt und Breite zu sichern.

Ein struktureller Dialog zwischen Ministerium und Verbänden: Die aktuellen Förderrichtlinien werden den praktischen Bedürfnissen der Ensembles und Festivals nicht gerecht. Notwendig ist ein intensiver Austausch mit den Expert*innen aus der Musikszene, um effiziente und bedarfsgerechte Förderstrukturen zu erarbeiten. Ein Gespräch des Landesmusikrats Niedersachsen mit dem Ministerium ist hier ein dringend notwendiger Schritt.

Entwicklung einer langfristigen Gesamtstrategie für die Musikförderung in Niedersachsen: Freie Klangkörper brauchen Planungssicherheit und nachhaltige Strukturen. Es muss eine Strategie erarbeitet werden, die professionelle künstlerische Infrastrukturen langfristig sichert und unabhängig von kurzfristigen Projekten fördert. Hierbei geht es um faire Arbeitsbedingungen für Musiker*innen und eine nachhaltige Absicherung der freien Musikszene.

Breites Bündnis für eine zukunftsfähige Musikförderung

FREO e.V. schließt sich dem Positionspapier des Landesmusikrats Niedersachsen an, das von zahlreichen Verbänden, Festivals und Ensembles unterzeichnet wurde. Gemeinsam fordern sie eine angemessene Finanzierung der Musikszene und die Verhinderung eines Kulturkahlschlags in Niedersachsen.

Das gemeinsame Positionspapier und das Schreiben an Minister Falko Mohrs sind unten verlinkt.