Faire Vergütung & Honorare

Wir setzen uns für faire Honorare in der freien Musikszene ein und fordern Honoraruntergrenzen überall dort, wo öffentliche Mittel fließen. Unsere Perspektive ist doppelt: Wir vertreten freie Ensembles und Orchester als verantwortliche Veranstalter und Auftraggeber, die für eine angemessene Vergütung ihres professionellen Umfelds einstehen – von den eigenen Mitgliedern bis zu Gästen und externen Dienstleister:innen. Zugleich sprechen wir für die selbstständigen Musiker:innen, die diese Ensembles künstlerisch prägen, organisatorisch mittragen und wirtschaftlich verantworten. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist vielschichtig. An der Erarbeitung konkreter Honorarempfehlungen beteiligen wir uns unter dem Dach des Deutschen Musikrats. Gemeinsam mit anderen Verbänden der freien Musikszene schaffen wir außerdem Wissensangebote für Musiker:innen und freie Ensembles, die in der Anwendung von Honoraruntergrenzen helfen und eine Nachvollziehbarkeit der politischen Entwicklungen ermöglichen sollen. 

Wofür setzt sich FREO ein

Unser Ziel ist es, die Einkommenssituation selbstständiger Musiker:innen verbessern und freie Ensembles in die Lage zu versetzen, faire Honorare tatsächlich bezahlen zu können.

Dafür braucht es zwei Dinge:

  1. Honoraruntergrenzen, die die Realität selbstständiger künstlerischer Arbeit abbilden.

  2. Fördertöpfe und Kulturhaushalte, die so ausgestattet sind, dass Honoraruntergrenzen eingehalten werden können ohne die Vielfalt der Szene zu bedrohen

Unsere konkreten Forderungen / Positionen

Freie Ensembles sind zugleich künstlerische Zusammenschlüsse selbstständiger Musiker:innen und Auftraggeber für weitere Beteiligte. Förderlogiken müssen diese besondere Struktur anerkennen.

Angemessene Honorare dürfen nicht nur für die eigenen Mitglieder gelten, sondern auch für Gäste, externe Dienstleister:innen, Produktion, Technik, Administration und Vermittlung.

Honorarworkshop mit Ella Rohwer
Honorar-Workshop mit Ella Rohwer beim Netzwerktreffen Freie Musikszene
Ella Rohwer

Warum ist das für die freie Musikszene relevant

Öffentliche Förderung ist für freie Ensembles und Orchester zentral: Viele Projekte, Veranstaltungen und Strukturen hängen direkt oder mittelbar von ihr ab. Förderrichtlinien sollten daher angemessene Honorare verbindlich ermöglichen und eine Vorbildfunktion für den Markt übernehmen.

Selbstständige Musiker:innen finanzieren aus ihren Honoraren nicht nur ihren Lebensunterhalt, sondern auch Vorbereitung, Proben, Verwaltung, Akquise, Infrastruktur, Ausfallzeiten, soziale Sicherung und unternehmerisches Risiko. Diese Realität muss in Honorarempfehlungen abgebildet werden.

Faire Honorare dürfen jedoch nicht zulasten der Arbeitsfähigkeit freier Klangkörper gehen. Werden Honorarstandards eingeführt, ohne Förderprogramme entsprechend auszustatten, sinken Produktionsmöglichkeiten, Vielfalt und Sichtbarkeit. Deshalb braucht es Honorarstandards und angemessen erhöhte Fördermittel.

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